...für Alleinerziehende im Kreis Warendorf


Im Portrait: Heike Neuhaus

Das Portrait von Heike Neuhaus macht Hoffnung. Es zeigt, dass es gelingen kann, als Alleinerziehende mit Arbeit und Kindern gut zu leben.

„Ich bin glücklich!“

„Nicht dass Sie denken, es gibt nicht auch einmal schwierige Stunden – aber ich kann sagen, dass ich mit meiner Situation wirklich zufrieden bin.“
Die Frau, die dies sagt, ist 36 Jahre und Mutter von zwei Kindern im Alter von 3 und 4 Jahren. Sie arbeitet als Erzieherin. „Als ich noch mit meinem damaligen Lebensgefährten zusammenlebte und unser zweites Kind geboren wurde, bin ich nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen. Ich wollte und musste für die Familie auch finanziell sorgen.“

Wie jeder anderen Berufsrückkehrerin fiel ihr der Einstieg nicht leicht. „Ich hatte schon Angst davor, nicht alles zu schaffen. Aber es ist eine Frage der Organisation. Durch die Arbeit hat sich mein Blickwinkel erweitert. Ich habe erlebt, dass Arbeit gut tut – mir in finanzieller Hinsicht, aber auch den Kindern. Und es war eine gute Übung für meine jetzige Situation als alleinerziehende Mutter, denn schon damals habe ich Vieles allein gemacht.“

Heike Neuhaus erzählt, was ihr hilft, alles unter einen Hut zu bringen. Da sind die Nachbarn, zu denen sie ein gutes Verhältnis hat und die einspringen, wenn es mal eng wird. Ihre Eltern sind da, wenn sie sie braucht, auch wenn beide noch berufstätig sind. „Ich bin nach der Trennung zur Erziehungsberatung gegangen. Das kann ich jeder Alleinerziehenden nur empfehlen. Die ganz praktischen Tipps der Beraterinnen, wie ich meine Kinder unterstützen kann, mit der Trennung von ihrem Vater fertig zu werden, haben mir im Alltag wirklich geholfen.“

Und sie hat einen Arbeitgeber, der ihre Arbeit schätzt und ihre Situation versteht. „Ich bin immer gut damit gefahren, offen mit meiner Situation umzugehen, auch bei meinem Arbeitgeber. Ich habe zwar, wenn die Kinder krank waren, auch schon gefehlt und hatte dann ein schlechtes Gewissen. Aber meine Kolleginnen haben mich beruhigt: Heike, wenn du oder die Kinder krank sind, dann ist das so – zerbrich dir jetzt nicht den Kopf.“
Die Kinder sind Heike Neuhaus wichtig: „Wissen Sie, meine Kinder leisten viel. Sie müssen morgens früh mit mir raus – das verlangt jeden Tag auch Disziplin. Daher gehört eine Zeit am Nachmittag nur uns, da spiele ich in aller Ruhe mit ihnen, ohne zwischendurch nach der Wäsche zu sehen, in dieser Zeit bin ich nur für sie da.“

Auf die Frage, was sie für sich selbst tut, lacht Heike Neuhaus. Abends telefoniere sie mit Freundinnen, von denen einige auch alleinerziehend sind. Wenn die Kinder im Bett sind, hat sie neben der Hausarbeit auch Zeit für sich selbst. „Und sonntags lege ich mich für eine Stunde auf die Coach und schlafe – das ist ein Luxus, auf den ich mich freue.“

 








„Wichtig ist, die Situation anzunehmen und das eigene Leben genießen zu lernen.

Heike Neuhaus